Das T steht nicht für Troja 

Thomas Brandt, Geschäftsführer ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH (l.) und Jörg Bollow, T-City Projektleiter Deutsche Telekom

T-City hat sich zu einem echten Zugpferd entwickelt – das beweist nicht nur das gewachsene Interesse der Medien, sondern auch die immer umfassendere Einbindung der Bürger und der Partner aus der Wirtschaft. Anfangs galt es für uns öfters, noch Sorgen und Bedenken zu zerstreuen – nach dem Motto: „Hoffentlich ist es kein Trojanisches Pferd.“ Wir konnten jedoch stets deutlich machen, dass hier ganz andere Vorzeichen als in der antiken Heldensage gelten.

Denn anders als die Griechen bei Homer hat die Telekom ihre Ziele immer offen kommuniziert: T-City soll zeigen, welchen Nutzen und welche Potenziale innovative Informations- und Kommunikationstechnologie erzeugt. Natürlich versprechen wir uns neben praktischen Erfahrungen auch mehr Anerkennung für das, was wir als größter europäischer Telekommunikationskonzern für die Volkwirtschaft und die Kommunen leisten. Und es ist auch kein Geheimnis, dass wir trotz des nichtkommerziellen Projektcharakters auf neue Geschäftsbeziehungen hoffen, von denen alle Partner profitieren – zum Beispiel über Public Private Partnerships.

Die sind ja dieser Zeit in aller Munde. Viele Kommunen hegen große Erwartungen, mittels öffentlich-privater Partnerschaften Finanzierungsprobleme lösen zu können. Und Beispiele, bei denen alle Partner profitieren, gibt es inzwischen einige. Eine partnerschaftliche Umsetzung besteht im Idealfall aus Eigenleistungen aller Beteiligten, die später durch die Aufteilung möglicher Erträge ausgeglichen werden. Projekte in T-City mit überwiegend sozialem Charakter können sogar in großen Teilen oder vollständig von der Deutschen Telekom finanziert werden. Dazu gehören Angebote im Gesundheitsbereich für chronisch Kranke ebenso wie Initiativen im Bildungssektor. Von Adam Smith, dem Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre, stammt die Idee, dass das ökonomische Streben nach Gewinn und das staatliche Interesse am Gemeinwohl zwei Seiten der gleichen Medaille sind – T-City bietet die Gelegenheit, dies unter den Augen einer kritischen Öffentlichkeit dauerhaft unter Beweis zu stellen. Uns allen sollte dabei klar sein, dass dafür noch keine Vorbilder existieren. In Friedrichshafen wird erstmals eine langfristige, umfassende und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen einem internationalen Konzern und einer ganzen Stadt realisiert. Das erfordert von allen Seiten die Interessenvielfalt zu akzeptieren, Lernbereitschaft mitzubringen und Fehler zu tolerieren.

Bei der großen Zahl der Partner und den zum Teil doch langwierigen Abstimmungsprozesse dachte ich manchmal, es wäre vielleicht einfacher gewesen, das alles schon in den Wettbewerbsunterlagen festzulegen. Wir wollten aber ganz bewusst die Ziele, die Verfahren und die Maßnahmen gemeinsam mit unseren Partnern in T-City beschließen und für die Bürger transparent umsetzen. Diese Offenheit bietet auf lange Sicht bessere Erfolgsaussichten für alle Beteiligten: Was am Anfang durch die Einbindung verschiedener Akteure und die kommunalpolitische Willensbildung an Zeit verloren geht, gewinnt man auf der Strecke an wechselseitigem Vertrauen. Und das ist unabdingbar, um das Projekt gegen bürokratische Hürden, Verzögerungen und falsche Erwartungen zum Erfolg zu führen. Was wir also neben dem Vertrauen brauchen, ist viel Geduld und ein langer Atem, um unser Zugpferd T-City so richtig ins Rollen zu bringen – und seinen Nutzen für die Bürger und die Wirtschaft immer stärker greifbar zu machen.

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