Zum Zusammenhang von Iuk und Stadtentwicklung gibt es Kontroversen und keine gesicherten Erkenntnisse. Klar ist, die neuen Medien haben Auswirkungen auf Stadt und Gesellschaft, die bisher nicht ausreichend im Blickfeld der Forschung waren. Zukünftig wird es daher verstärkt darum gehen, Chancen und Risiken der neuen Medien für die Stadtentwicklung zu erforschen.
Für eine zweitägige Konferenz kamen am 20. und 21.10.2008 rund 100 Wissenschaftler aus ganz Deutschland in die Deutsche Welle nach Bonn, um unter dem Stichwort „e-motion – Stadtentwicklung und IuK-Technologien“ gemeinsam über die baulichen und sozialen Auswirkungen der zunehmenden medialen Vernetzung in Städten zu diskutieren. Ausgehend von Erfahrungen aus der T-City Friedrichshafen ging es um die Fragen, wie sich Investitionen in Breitbandtechnologien auf die Lebensqualität der Bewohner, die Standortqualität der Unternehmen und die Vernetzung der Bürgerinnen und Bürger auswirken.
Die Tagung fand im Rahmen der Begleitforschung des Projektes T-City durch die Arbeitsgruppe Stadt- und Regionalforschung des Geographischen Instituts der Universität Bonn statt, zu der sie Experten verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen nach Bonn einlud. Die Vertreter aus Geographie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Medienwissenschaften, Politikwissenschaften, Stadtplanung und Informatik diskutierten sowohl grundsätzliche Fragen, die den Blick auf den Zusammenhang von gesellschaftlicher Entwicklung und technologischem Wandel richteten, als auch ganz praktische Auswirkungen für den Alltag in der Stadt.
Welche Herausforderungen ergeben sich durch die Anwendung der neuen Technologien in der Zukunft für unsere Gesellschaft? Welche Personengruppen einer Gesellschaft sind überhaupt an diesen Entwicklungen beteiligt und welche nicht? Und welche Auswirkungen auf das Privatleben entwickeln sich in einer zunehmend vernetzten und digitalisierten Gesellschaft unter den Stichworten Arbeitsleben, Kontrolle, Spaltung und Integration?
Oberbürgermeister Josef Büchelmeier erläuterte in einem Live-Interview aus Friedrichshafen die bislang erkennbaren Veränderungen in seiner Stadt. Die Teilnehmer aus Praxis und Wissenschaft diskutierten in Workshops und einer Podiumsdiskussion den Nutzen für Bürger, Unternehmen und Verwaltung sowie die Notwendigkeit eines für alle verfügbaren Zugangs zu den neuen Medien – unabhängig von sozialem Status und Wohn- oder Arbeitsort.
Die Ergebnisse werden in Form einer Tagungsdokumentation zusammengefasst. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite www.e-motion2008.de und können über e-motion2008@geographie.uni-bonn.de angefragt werden.
Ansprechpartner:
Michael Lobeck,
Geographisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/737243
E-Mail: michael.lobeck@geographie.uni-bonn.de
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