Das Netzwerk Zukunftsstädte 2008 

Meinungsaustausch der Bürgermeister der Zukunftsstädte 

Die Bürgermeister der im Netzwerk Zukunftsstädte zusammengeschlossenen Kommunen trafen sich zu einem Gedankenaustausch mit Timotheus Höttges, Vorstand der Deutschen Telekom AG und Dr. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, auf dem Petersberg bei Bonn.

Das „Netzwerk Zukunftsstädte“ wurde im November 2007 offiziell ins Leben gerufen. Es hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die in den T-City Wettbewerbsstädten angestoßenen Projekte zur Stadtentwicklung mittels neuer Technologien zu unterstützen und die gewonnenen Erfahrungen untereinander auszutauschen. Teilnehmen können zunächst die Teilnehmerstädte des T-City Wettbewerbs, den die Deutsche Telekom AG mit Unterstützung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes durchgeführt hat.

"Globalisierung, Demographie und Haushaltkonsolidierung sind die drei großen Herausforderungen, vor denen die Städte und Gemeinden in den nächsten Jahren stehen. Diese Entwicklung verlangt auch nach neuen Kooperationsformen zwischen Verwaltungen, Bürgern und Wirtschaft und nach einem aktiven Veränderungsmanagement. Das Netzwerk soll Beispiele aufzeigen, wie Kommunen ihre Zukunft gestalten, um die Lebensqualität zu verbessern und die Standortattraktivität zu erhöhen", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Dr. Gerd Landsberg.

Gemeinsam mit seinen Kollegen in den kommunalen Spitzenverbänden fordert Landsberg daher, dass die flächendeckende Breitbandversorgung in einer Informationsgesellschaft eine Selbstverständlichkeit werden müsse. Die Forderung richtet sich insbesondere an Bund und Länder. Ebenso wie der Straßenbau müsse auch die Breitbandversorgung entsprechend gefördert werden.

Timotheus Höttges, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, erläuterte in diesem Zusammenhang das aktuelle Engagement von Europas größtem Telekommunikationsunternehmen auf diesem Gebiet: „Unser Interesse ist klar: Wir wollen DSL weiter auszubauen. Deshalb werden wir auch in diesem Jahr über 400.000 neue Anschlüsse bauen und einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Bundesweit sind wir der einzige Anbieter, der ernsthaft die Versorgung in ländlichen Gebieten vorantreibt“, so Höttges. „Ich bitte aber auch um Verständnis, dass wir den Ausbau als börsenorientiertes Unternehmen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten vornehmen müssen. Aus diesem Grund brauchen wir die konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung der Bürgermeister bei der Umsetzung von Kooperationsmodellen, um mehr ländliche Gebiete mit DSL zu versorgen."

Im Verlauf des Meinungsaustauschs auf dem Petersberg wurde deutlich, dass die Städte des Netzwerkes sich ihren Herausforderungen aktiv stellen und bereits innovative Konzepte zur Modernisierung des städtischen Lebens ausgearbeitet haben. Ein zentraler Ansatz, um für die Zukunft gerüstet zu sein, ist der gezielte Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. So stellte Dr. Christoph Landscheidt, Bürgermeister der Stadt Kamp-Lintfort, die Bedeutung des Internet heraus: "Anhand der stetig steigenden Zugriffszahlen auf unsere Homepages und anhand der wachsenden Nachfrage nach IT-Dienstleistungen der Städte und Gemeinden können wir erkennen, dass das Internet für die kommunale Verwaltung und Politik eine immer größere Bedeutung gewinnt".

Gerade auch für die kommunalen Wirtschaftsförderer sei es unverzichtbar, bei der Akquisition neuer Unternehmen eine leistungsfähige Breitbandversorgung vorweisen zu können, erklärten die Verwaltungschefs einmütig. Insbesondere im ländlichen Raum gebe es da noch erheblichen Nachholbedarf, denn die flächendeckende Versorgung mit Breitbandtechnologie ist für Kommunen von existenzieller Bedeutung. Regionen ohne leistungsfähige Netzanbindung haben nicht nur Nachteile bei der Gewerbeansiedlung, sondern auch im Wettbewerb um junge Familien und gut ausgebildete Arbeitskräfte, die einen modernen und attraktiven Wohnstandort erwarten.

In der Veranstaltung wurden des Weiteren Fragen der Gesundheitsversorgung, der Bildung und der Verwaltungsmodernisierung mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnologie diskutiert. Besonders rege verlief der Meinungsaustausch der Bürgermeister über die Bedeutung des Web 2.0 für Städte und Gemeinden. Dr. Landscheidt (Kamp-Lintfort), Hans-Josef Vogel (Arnsberg), Josef Büchelmeier (Friedrichshafen), Jens-Peter Golde (Neuruppin), Hermann-Josef Pelgrim (Schwäbisch-Hall) und Friedhelm Wolf (Sundern) kamen zu dem Schluss, dass die neueste Generation der Netztechnologie, das sogenannte Mitmach-Internet, künftig zu einem neuen Dialog zwischen Bürger und Verwaltung führen wird.

Insgesamt waren sich die Teilnehmer des Treffens einig, dass die möglichst vollständige Vernetzung als Grundlage der Versorgung mit modernsten Telekommunikationsdienstleistungen ein zentrales Element der öffentlichen Daseinsvorsorge darstellt. Mit Unterstützung des Städte- und Gemeindebundes und seinen Regionalverbänden wollen sie versuchen, Bund und Länder mit dem Ziel eines forcierten Netzausbaus stärker in die Pflicht nehmen.


(Erik Sieb, erik.sieb@dstgb.de, Tel.: 0228-95962-18)

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