Durch interaktive Konferenzmethoden sollen auf den Präsenzveranstaltungen des „Netzwerk Zukunftsstädte“ sowohl wichtige Ergebnisse für die Netzwerkarbeit erzielt, als auch die Kommunikation unter den Mitgliedern gestärkt werden. Deshalb wurde im Rahmen des 1. Netzwerktages des „Netzwerk Zukunftsstädte“ von den Teilnehmern erstmals die neuartige World-Café-Methode erfolgreich getestet.
Gemeinsam kreativ und innovativ tätig werden – dieser Idee bedient sich die interaktive Veranstaltungsmethode des World Cafés. Ein gemeinschaftlicher Austausch mehrerer Teilnehmer führt dabei zu einem lebendigen Dialog und ermöglicht so einen umfassenden Erfahrungsaustausch und einen intensiven Ideentransfer unter den Beteiligten.
Gedanken, Visionen und Vorstellungen wurden wechselseitig ausgetauscht und gesammelt, um für die Problemstellung der effizienten Umsetzung der finanziellen Mittel des Konjunkturpakets II Lösungen zu finden und neue Handlungsoptionen für bestehende sowie zukünftige Aufgabenstellungen zu eröffnen.
Die World-Café-Methode ist demnach ein kooperatives Veranstaltungskonzept, das darauf basiert, die Meinungen vieler zusammenzubringen und zu bündeln, um gemeinsam innovative Zukunftsideen zu finden, anschließend zu bewerten sowie Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Vor allem geht es also darum, neues kollektives Wissen zu generieren.
Zu Beginn des Jahres fand der1. Netzwerktag unter dem Motto „Starke Kommunen durch Kooperation und Innovation“ in Berlin statt. Rund 40 Kommunalpolitiker aus allen Teilen Deutschlands diskutierten nach der World-Café-Methode gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über den effizienten Einsatz der durch das Konjunkturpaket II zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel im kommunalen Bereich. Moderiert wurde die Diskussion von Gabriela Ender, Gründerin und Geschäftsführerin der Open-Space-Online GmbH aus Berlin.
An sechs Tischen wurde rund zwei Stunden angeregt über Zukunftsvisionen debattiert sowie Strategien und Maßnahmepläne für die Umsetzung des Konjunkturpakets II auf kommunaler Ebene entwickelt. Gebündelt wurden die gesammelten Vorschläge zu Papier gebracht, die Teilnehmer wechselten den Tisch und brachten die Eindrücke der bisherigen Dialoge in die vollständig neuen Tischkonstellationen mit ein. Dieses Prinzip des Rotierens zeichnet die Methode aus und ermöglicht den umfassenden und vielseitigen Ideentransfer aller Beteiligten. Im Anschluss an die Diskussion wurden die gesammelten Vorschläge und Maßnahmepläne für die Umsetzung des Konjunkturpaketes II von allen Teilnehmern noch einmal bewertet, um sie daraufhin nach ihrer Wichtigkeit zu priorisieren und ein Rangliste zu erstellen.
Eine große Anzahl der Teilnehmer war sich einig darin, dass die Mittel des Konjunkturpaketes II vor allem in nachhaltige Projekte investiert werden müssen. Der Fokus solle bei der Umsetzung in erster Linie auf diejenigen Zukunftsinvestitionen gelegt werden, die dem Bürger möglichst dauerhaft einen Nutzen bringen.
So könne beispielsweise durch den Einsatz finanzieller Mitteln und das Finden kreisübergreifender Lösungen der Breitbandausbau im ländlichen Raum vorangetrieben werden. Da die Versorgung mit einer leistungsfähigen Breitband-Anbindung für Städte und Gemeinden im 21. Jahrhundert so bedeutend ist wie die Anbindung an eine zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur wie etwa Schienen oder Straßen in den vorangegangen Jahrhunderten, müsse man gerade in solche zukunftsrelevanten Projekte die Mittel des Konjunkturpaketes fließen lassen, um nachhaltige Erfolge erzielen zu können, befanden die Teilnehmer.
Darüber hinaus sei ein Schwerpunkt auf eine intensive kommunale und städtische Kooperation in Form von Shared Services zu legen. Sowohl qualitative als auch quantitative Vorteile resultierten aus interkommunaler Zusammenarbeit sowie der Vernetzung einzelner Verwaltungsbereiche untereinander. Aufgrund der weitgehend identischen Aufgabenstruktur in Städten und Gemeinden bergen Kooperationen in diesem Bereich erhebliche Potentiale. Deswegen müsse die verbesserte Koordinierung bestehender Strukturen intensiviert und die Verwaltungsmodernisierung weiter vorangetrieben werden. Darüber hinaus müsse man zusätzlich neue Wege der interkommunalen Zusammenarbeit erschließen, um einen überregionalen „Best Practice Austausch“ zu ermöglichen. Indem man die Kooperation beispielweise mit externer Expertise anreichern und diese in konkrete Projekte einbinden würde, könnte ein höheres Maß an Effizienz gewährleistet werden, so die Ideen der Beteiligten.
Zudem maßen die teilnehmenden Akteure der Förderung der Bürgerpartizipation eine große Bedeutung zu. Durch ein Mehr an Öffentlichkeitsarbeit sowie eine aktive Einbindung der Bürger in diverse kommunale Projekte könne man eine wachsende Bürgerbeteiligung anregen und auf diese Weise ein hohes Maß an Transparenz gewährleisten. So beinhaltete einer der auf dem Netzwerktag formulierten Vorschläge die Einbindung eines Bürger- und Bildungsbeirates für die Entwicklung und Ausformulierung einer gemeinsamen Bildungsstrategie unter Einbezug aller relevanten Akteure. Das erfordere wiederum in Teilbereichen eine Umstrukturierung der Kompetenzen zwischen Ländern und Kommunen.
Übergeordnetes Ziel aller Maßnahmen müsse es ein, die Städte und Gemeinden in die Lage zu versetzen, die in den nächsten Jahren anstehenden Herausforderungen gemeinsam, erfolgreich und effizient zu meistern. Durch den gemeinsamen Dialog und den Austausch von Erfahrungen könne man diesen Herausforderungen am besten begegnen, stellten die Teilnehmer abschließend fest.
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27.01.2011, Berlin | Neustart Kommune - 7. WirtschaftsWoche Jahrestagung [Details]